Feldtagebuch
Samstag, 17. Juli 2010
Erste Mähprobe: Eine 5 x 5 m2 Fläche ergibt ca. 3 Garben. (Joachim Kunze und Monika Höchtl)
Sonntag, 18. Juli
Als wir anfangen, ist der Roggen noch feucht von der langen Regennacht. Er verbiegt sich leicht. Erst später als die Halme im Verlauf des Vormittags getrocknet sind, ist die Halmqualität wieder stabiler und die Garben werden geradliniger.
Kurz nach 8 Uhr bringt Herr Jürgen Geppert (ein Anwohner, der Hobbyfilmer ist) seine Kamera in Position und filmt das Geschehen. Stefanie Berger macht Fotos.
Herr Gruber mäht mit der Sense die Randzonen des Feldes.
Wir lesen die geschnitten Roggenhalme mit einer Sichel auf und zupfen das Unkraut heraus und versuchen die Halmenden auf eine Länge zusammenzufassen und zu einzelnen Garben zu bündeln.
Herr Josef Frankenberger und Hans Zwicklbauer zeigen uns das Zusammenknoten mit Roggenstroh und bauen die ersten Kornmandl.
Herr Resch fährt mit seinem Traktor, an dem ein Mähbalken montiert ist, die Seite des Feldes ab. Er mäht jeweils eine Bahn von ca. 70-80 cm. Der Roggen legt sich in einer Richtung ab und lässt sich gut auflesen. Trotzdem dauert es lange bis wir die gesamte Bahn frei geräumt haben und die Garben gebündelt sind.
Immer wieder tauchen Besucher auf und schauen uns zu, Freunde aus der Schulzeit, Leute aus der Siedlung, einige haben sich mit dem Rad zu uns aufgemacht. Frau Ulrike Ehgartner von dem Senioren- und Pflegeheim “Haus an der Rott” verspricht morgen mit Heimbewohnern zu kommen.
Die ganze Familie Resch ist gekommen und hilft mit, auch der jüngste Sohn Simon.
Nachmittags gegen 14 Uhr setzt erneut heftiger Regen ein und wir müssen abbrechen.
(Josef Frankenberger, Hans Zwicklbauer, Renate Höchtl, Gundi Gerauer, Karlheinz Gruber, Familie Resch, Monika Höchtl, Joachim Kunze, Stefanie Berger, Andreas Zwicklbauer)
Montag, 19. Juli
Frau Graßl ist mit den Klassen 6cG, 5cG und Praxisklasse P8 von der Mittelschule Pocking gekommen. Die Schüler haben nach kurzer Einweisung Garben gebunden und relativ schnell ihre eigenen Ideen zu Getreidefiguren entwickelt.
Herr Karlheinz Gruber und Herr Andreas Zwicklbauer haben nach den ausgeteilten Vorlagen eine große Puppe mit ihnen gebaut. Auch das große Kreuz entstand in ihrem Team. Die Schüler und Schülerinnen waren voll dabei. Es fiel ihnen schwer wieder zurück zur Schule zu gehen, sie wollten noch weiterbauen. Am Abend sind sogar noch Kinder gekommen, als wir schon weg waren und haben alleine weiter gemacht, wurde mir berichtet.
Vom „Haus an der Rott“ kamen Senioren und haben sich das Ganze angeschaut und sich erinnert wie sie das selbst früher gemacht hatten.
Durch eine technische Innovation, die der Leiter des Bauhofs Herr Schmid mit Herrn Resch umgesetzt hat, wurde das Mähen optimiert.
Sie haben hinter das Mähblatt ein Blech montiert, so dass die geschnitten Halme darauf fielen und mit dem Rechen in Haufen abgelegt werden konnten. Dadurch lagen sie in einer Länge auf dem Boden und konnten schneller zu Garben gebunden werden.
(Frau Graßl, Klassen 6cG, 5cG+Praxisklassen mit ihren Lehrern, Josef Resch, Monika Höchtl, Joachim Kunze und vier freiwillige Helfer)
Dienstag, 20. Juli
Ein weiterer heißer Tag. Langsam bekommen wir Sonnenbrand. Herr Resch mäht das große Feld zu ende (0,5 ha) und beginnt dann mit dem kleineren Feld (0,2 ha).
Am Vormittag kommen die Klassen 5a und 5b auf das Feld und helfen mit. Weitere Kornmandl entstehen, manche werden als Hütten mit Vorgarten umgestaltet und genutzt. Auch grazile Eigenschöpfungen mit Blumendekor werden gefertigt. Es gibt Getränke zur Belohnung.
Es entstehen weitere Kornmandln, manche werden als Hütten mit Vorgarten umgestaltet und genutzt.
Mit anderen Helfern stellen wir nachmittags Getreidepuppen in einer langen Reihe in der zweiten Hälfte des Feldes auf. Auch eine Tunnelartige (Getreidestiege) schaffen wir zu bauen.
Auf dem kleinen Feld soll eine Fläche vom Roggenfeld stehen bleiben und den ursprünglichen Feldcharakter wiedergeben. Zunächst plane ich eine kreisrunde Fläche. Ich stecke mit Herrn Resch die Länge ab. Herr Resch mäht das Feld zunächst soweit ab, dass eine quadratische Fläche von ca. 10 x10 m übrig bleibt. Das Kantige des Quadrats bildet einen guten Kontrast zu den runden Getreidepuppen. Ein Feld wird eckig gedacht. Daher beschließe ich es so zu lassen und verzichte auf die Kreisfläche.

Am frühen Abend tauchen 2 miteinander befreundete Mädchen auf, später kommt eine Cousine der beiden hinzu. Sie helfen beim Garbenbinden mit, machen Fotos von uns und fragen ob wir noch Flyer haben, die sie verteilen könnten. Auch zwei Jungs kommen abends und schlupfen in die Kornmandl.
(Frau Graßl, Klassen 5a und 5b mit den Lehrern, Monika Höchtl, Joachim Kunze, Josef Resch und vier freiwillige Helfer und 3 Mädchen und 2 Jungs aus der Nachbarschaft)
Mittwoch, 21. Juli
Auf dem großen Feld legen wir eine zweite Reihe von Getreidepuppen an. Herr Przemyslaw und Herr Hanivich vom Bauhof Pocking helfen uns dabei. Joachim Kunze entwickelt sich als Spezialist für Strohseile in die er Kamille hinein bindet. Wir fertigen Hüte an und setzen sie auf 2 Getreidepuppen. Die Erste in der Nähe des Schildes wird die Schönste.
Dann bauen wir noch eine weitere Getreidepuppe auf dem kleinen Feld. Sie bekommt ebenfalls einen Hut. Uns setzt die Hitze zu. Auf dem kleinen Feld ist es besser zu arbeiten, denn es gibt durch die Bäume am Feldrand Schattenzonen. Hinter dem quadratischen Feld legen wir vier Vierergruppen aus Garben auf den Boden. Es werden 2 Reihen.
Frau Durner von der Passauer Neuen Presse kommt auf das Feld und interviewt mich zwischenzeitlich.
(Krol Przemyslaw, Mülke Hanivich, Monika Höchtl, Joachim Kunze)
Donnerstag, 22. Juli (bis 14:30)
Wir sichten das Feld, räumen Umgefallenes auf und stellen noch einige Puppen mit verbliebenen Garben her. Auch an einer Kantigen in Pyramidenform versuchen wir uns.
Auf dem kleinen Feld baue ich noch eine dritte Reihe, aus 4 x 4 aufeinander gelegten Garben.
Nachmittags besuche ich mit Monika Büchner das Feld. Wir treffen auf Familie Graml, die einen Ausflug zum Feld gemacht hat.
In der Nacht ist ein schweres Gewitter angekündigt. Wir bangen um die aufgestellten Figuren.
(Joachim Kunze und Monika Höchtl)
Freitag, 23. Juli
Joachim Kunze inspiziert das Feld, ob nach dem Unwetter noch alles steht. Den Pavillon hat es weg geweht, eine Stange ist gebrochen. Ein paar Getreidefiguren haben gelitten, jedoch das Meiste steht noch. Monika Büchner und ich bereiten den Kultursaal vor.
(Monika Büchner, Monika Höchtl, Joachim Kunze)
Samstag, 24. Juli
Weitere Vorbereitungen für den Kultursaal. Ab 14 Uhr beginnt der Kultur-Nachmittag.
Es ist ein trüber Tag mit Dauerregen.
Sonntag, 25. Juli
Am Vormittag reparieren wir einige Figuren und bauen noch eine Große dazu. Joachim nimmt die Stangen des Pavillons auseinander.
Um 10:45 kommt Helmut Degenhart zu einem filmischen Interview für den regionalen Fernsehsender TRP auf das Feld. Große Pause.
Am Abend fahren wir noch einmal zum Feld, laden die Bierbänke ein und sammeln Müll auf. Dann beladen wir Joachims Auto mit Garben für mein Atelier in Frankfurt. Abfahrt Joachim Kunze nach Frankfurt am Main.
(Monika Büchner, Monika Höchtl, Joachim Kunze)
Montag, 26. Juli
Feldbesuch mit Erika Simoni aus Wien.
Sonne, Regen, Sonne.
Dienstag, 27. Juli
Pausentag – Regen, Sonne, Regen.
Mittwoch, 28. Juli
Ich fahre noch ein letztes Mal zum Feld. Auf dem kleinen Feld lege ich mit dem Material, das noch übrig geblieben ist, eine vierte Reihe mit den Garben-Vierergruppen an.
Es hat zuviel geregnet. Die Nässe hat die zuunterst liegenden Roggenhalme der Ballen in einen Fäulnisprozess gebracht. Auch fangen stellenweise die Körner an auszukeimen. Ich kann nur das obere Material verwenden.
Als ich fertig bin sind es vier mal vier Garben in 4 Reihen. Das passt gut zum Quadrat des stehen gebliebenen Feldes.
Anschließend schneide ich die Seiten des stehen gebliebenen Feldes nach und reche Stroh zur Seite.
Ich lade noch Ballen von Roggenhalmen ins Auto ein, dann geht es auch bei mir zurück nach Frankfurt.










