Roggen
Die Roggensorten aus konventionellem Landbau haben heute nur noch geringe Halmhöhen. Weizensorten sind sogar noch kurzhalmiger gezüchtet. Die Gefahr des Windwurfes soll dadurch vermindert werden. Auch ist der Bedarf an Stroh gesunken, da kaum mehr Tiere gehalten werden oder in den Stallungen kein Stroh mehr verwendet wird. Das Stroh wird jedoch noch zum Unterpflügen als Mulch verwendet und gibt dem Boden dadurch einen Teil der entnommenen Nährstoffe zurück.
In bio-dynamischer Wirtschaftsweise geht die Feldernutzung noch mit Tierhaltung einher. Daher gibt es hier noch langhalmige Roggensorten.
Für dieses Projekt wurde der Demeter-Roggen “Firmament” verwendet. Er kann bis zu 1,80 m hoch werden. Gekauft wurde er vom Hofgut Oberfeld in Darmstadt. Die Züchtung stammt von der Landbauschule Dottenfelder Hof e. V. in Bad Vilbel in Hessen.
Anfang Juni fing der Roggen an zu blühen. Der Roggen ist im Gegensatz zum Weizen und der Gerste ein Fremdbestäuber. Er braucht trockenes und windiges Wetter zu seiner Befruchtung. Jetzt wird das Korn gebildet, bei guter Witterung dauert es ca. 40 Tage bis es erntereif ist bei. Die Ähren und Halme werden zunehmend Gelb.
Durch die vielen heißen Tage entwickelte sich der Roggen unerwartet schnell. Mitte Juli ist das Korn bereits ausbildet.
Früher wurde wie das Getreide in “Teigreife” geerntet, d. h. nimmt man ein Korn und quetscht es, ist es innen noch teigig. Heute wird es in der sog. “Totreife” geerntet. Das Korn ist hart und bereits so reif, dass es auszufallen beginnt. In diesem Zustand wird es vom Mähdrescher gleich getrennt.
War die Erntewoche Mitte Juli sommerlich heiß, folgten viele Regentage bis in den August und September hinein. Für das Korn bedeutet dies, dass sich bei ständiger Feuchtigkeit Pilze bilden. Das Roggengetreide auf unserem Feld konnte nach der vielen Feuchtigkeit weder zu Brot noch zur Verfütterung an Tiere verwendet werden, da zudem die heutigen Masttiere sehr empfindlich sind. Mastschweine werden meist mit Gerste oder Mais gefüttert und vertragen eine Kostumstellung nicht so leicht.
Im Projekt war vorgesehen die Getreidefiguren zu zeigen, so ist dieser Zweck erfüllt. Aus oben genanntem Grund ist die sinnvollste Verwendung die Figuren unterzumulchen und dem Boden Nährstoffe zurückzugeben. Der Kreislauf schließt sich.
Dieses Jahr ist wegen des vielen Regens ein schlechtes Jahr für Getreide gewesen. Viele Bauern mussten das Getreide feucht auf den Hof holen und in Trocknungsanlagen geben um es lagern zu können.


Ein tolles Projekt.
Besonders interessant ist die Beschreibung des Kornwochsen-Spiels. Hätte nicht vermutet, dass die hart auf dem Land Arbeitenden Zeit und Sinn dafür hatten.
Wünsche eine gute Ernte.